Playa Dorada - die Nordküste

All Inclusive

Hotels All inklusive sind typisch dominikanische Republik

Typische Hotels

Irgendwann in den frühen 90ziger Jahren habe ich das Fun Royal in der Playa Dorada als Urlaubsort für mich entdeckt. Das war die Zeit wo der Boom der Dominikanischen Republik noch nicht so in Gang gekommen war. Eine dreiwöchige Reise in der Hurrican-Season, also Ende August bis Mitte November kostete damals etwa 1.600 DM pro Person und war etwas ganz Besonderes.

Zu dieser Zeit war allenfalls Venezuela noch ein vergleichbares Reiseziel. In diesen beiden Urlaubsländern wurde ein neuer Trend geboren, der sich bis heute durchgesetzt hat und dem Pauschal-Touristen eine völlig neue Urlaubsdimension bescherte, das "All-Inklusive" - Angebot.

Zu diesem Zeitpunkt schossen Hotels wie Pilze aus dem Boden, allerdings nicht in der Bauweise wie wir sie von Mallorca oder Griechenland her kennen. Eine weise Entscheidung war nämlich die Bauvorschrift, dass kein Hotel höher sein durfte als die höchste Palme und darum war nach 3 Etagen Schluss mit lustig. Nun hat ja jeder Investor so seine eigene Vorstellung was er mit seiner Kohle machen will und das führte dazu, dass es die klassischen Blocks eben auch gab, nur nicht so hoch und eben auch die andere Variante, nämlich wie das Hotel "Fun Royal" - "Fun Tropical".

auch günstige Appartements werden All Inclusive angeboten

Ein Hotel im Kolonial-Stil erbaut mit viel Liebe zum Detail eingerichtet und mit einem völlig neuen Konzept, nämlich Platz und zwar reichlich davon. Von Beginn an gab es die Appartements mit zwei Betten im King-Size-Format und nahezu jedes Zimmer hatte auch eine kleine Küchenzeile. Dazu ein Balkon der diesen Namen auch verdient und bei dem man getrost drei, vier Schritte nach vorne machen konnte, ohne gleich an der Brüstung zu stehen.

Angesprochen werden sollte so die solvente US-amerikanische Klientel mit reichlich Dollars in den Taschen. An den Durchschnittseuropäer als Kunden wurde da noch nicht gedacht, obwohl der Tourismus in Mexiko und auf Kuba oder auch Jamaika in vollem Gange war.

Volles Programm

selbst der eigene Hotel-Strand ist in der Domrep inklusive

Das frühere All-Inklusive-Angebot beinhaltete neben den Freigetränken und allen Speisen auch die Snacks zwischendurch und auch die komplette Angebotspalette in den hoteleigenen Discos und an der Strandbar. Es gab sogar die Zigaretten kostenlos, große Boxen davon standen überall herum und man konnte qualmen was das Zeugs hielt. So war es einfach nicht erforderlich die Hotelanlage für einen schönen Abend zu verlassen und man hatte die perfekte Kundenbindung.

märchenhafte Hotels im Kolonialstil

Ein reichhaltiges Programm für alle Altersklassen, angefangen von der Poolanimation über Tanz- und Sprachlehrgänge am Nachmittag bis hin zum Kinderabend und anschließendem Kulturprogramm für die Erwachsenen, sorgte für die perfekte Unterhaltung. Teilnahme war natürlich keine Pflicht. Man konnte sich berieseln lassen oder eben etwas anderes unternehmen. Nach Abschluss des Abendprogramms ging es dann für viele noch in die Disco, um bei typisch karibischer Musik die neuen Tänze zu perfektionieren, bzw. die Bekanntschaften zu pflegen und zu vertiefen.

Teil dieses All-Inklusive-Angebotes war auch immer das unvermeidbare Plastikarmbändchen, gegen das sich die europäischen Gäste immer wieder einmal versucht haben zu wehren, indem sie ihren Reiseveranstalter verklagten. Keine dieser Klagen hatte wirklich Erfolg und führte dazu, dass es in jedem Reisekatalog einen unverwechselbaren Hinweis auf die Tragepflicht dieser Armbändchen gab.

Vorsicht bei der Wahl der Fluggesellschaft

Nachdem die erste Urlaubswelle aus der Dominikanischen Republik heimkehrte und die ersten eigenen Urlaubsbilder zur Verfügung standen, setzte eine Art der Mundpropaganda ein, deren Eigendynamik selbst den ausgebufftesten Reiseveranstalter überrascht haben dürfte. Es entstand eine Nachfrage nach Reisen in die Karibik, die ad hoc nicht zu befriedigen war. Und jeder bemühte sich von dieser Welle zu profitieren. Es wurden abenteuerlich klingende Airlines engagiert, die mit der Zeit alle ein Anflugverbot für Deutschland bekamen.

günstige Flüge buchen, ja, aber Vorsicht

Unvergessen ist mir ein Flug mit TAESA, einer mexikanischen Airline, dessen Flugzeug man nur als fliegende Bruchbude bezeichnen konnte. Auf dem Hinflug doppelt überbucht und schwer vereist mit 8 Stunden Verspätung aus Köln gestartet, starb schon nach 30 Minuten die komplette Backbordelektronik im Passagierraum. Kein Licht, keine Belüftung, keine Warnzeichen zum Anschnallen / Rauchverbot auf der gesamten linken Flugzeugseite. Schwitzwasser tropfte aus den Kofferablagen auf die Passagiere und zu guter letzt platzte auf der Steuerbordseite ein Innenfenster. Was soll's, wir kamen heile rüber und auch wieder zurück mit der gleichen Maschine, natürlich nicht ohne Komplikationen. Kurz nach dem Start in Puerto Plata drehte die Maschine aufs offene Meer, ließ sämtliches Kerosin ab und landete kurz darauf in Punta Cana - damals noch mit Strohdachtower in Form eines deutschen Jägerstandes. Alle mussten die Maschine verlassen, es wurde zwei Stunden gefummelt, dann getankt und weiter ging es Richtung Deutschland. Was los war haben wir nie erfahren. Allerdings wurde diese Maschine nach Zwischenlandung in Dresden auf dem Flughafen Köln/Bonn sofort stillgelegt. Wie ja mittlerweile bekannt ist, gab es allerdings noch viel schlimmere Zwischenfälle.

Heute ist die Tendenz dermaßen rückläufig, dass immer mehr deutsche Charterflieger die Dominikanische Republik nicht mehr oder nicht mehr direkt anfliegen.