Paradise Island

Via Punta Rusia ins Paradies

Traumreise mit Hindernissen

Schnorcheln vor Paradies Island, Korallenriff

Seit fast 10 Jahren wird auch eine Tour zur Paradies-Insel, Paradies Island, via Punta Rusia angeboten. Immer wieder hört man von diesem Schnorchler-Paradies, allein die lange Busfahrt von der Playa Dorada dorthin schreckt etwas ab. Dafür locken Bilder von schneeweißem Strand, kleinen Strohdachhütten und einer faszinierenden Unterwasserwelt.

Bei einem Preis zwischen 35 und 55 USD verspricht es eine angenehme Abwechslung zum Faulenzen am Hausstrand zu werden. Der Tour-Verkäufer gaukelt uns vor, die Fahrt im klimatisierten Reisebus ginge maximal 45 - 50 Minuten. Ein Blick auf die Karte genügt jedoch, um zu wissen, dass es eine mehr als optimistische Weg-Zeit-Berechnung ist. Vielleicht könnte man es schaffen, gäbe es eine 3spurige Autobahn nach europäischem Standard.

Egal, irgendwie muss das Geld ja unter die Leute. Man wird also recht zeitig morgens abgeholt und in diesem Fall reichte ein Blick auf den Hotelplan des Reiseleiters, um zu wissen, dass der Bus voll wird. Das klimatisierte Gefährt hatte sicher mal europäischen Standard - irgendwann in den frühen 50ziger Jahren.

Punta Rusia

Nachdem alle Gäste an Bord waren geht die Fahrt in Richtung Puerto Plata los und von dort aus entlang der Nordkordilleren durch das Cibao-Tal in Richtung Haiti. Und wie immer sieht man bei einer solchen Fahrt an einem Tag mehr von der Dominikanischen Republik als im ganzen Hotelurlaub. Felder mit Zuckerrohr, Tabak und Reis wechseln sich ab mit Kakaoplantagen und Viehweiden. Unzählige kleine Dörfer bleiben namenlos auf der Strecke.

Paradies Island, schneeweißer Sandstrand und glasklares Wasser, perfekt zum Tauchen im Riff

Der Busfahrer weiß anscheinend was er macht. Jede Kurve wird im Formel-1-Stil angeschnitten und wenn man 3 - 5 km/h schneller fahren kann als der Vordermann, wird überholt. Der Gegenverkehr findet immer irgendwo Platz. Aber die wundervolle Landschaft lenkt einen schnell wieder ab. Schade eigentlich, dass es nicht den einen oder anderen Stopp unterwegs gibt, so dass man in Ruhe schauen oder fotografieren kann. Allein die Blütenpracht an den Straßenrändern ist teilweise überwältigend.

Die eigenen vier Buchstaben erinnern einen dann nach 3 Stunden daran, dass man ja irgendwo hin wollte und nicht der Weg das Ziel war. Nix wurde es aus der 45-Minuten-Tour. Wie immer hält der Bus an einem Restaurant mit kleinem Laden, so dass man sich erfrischen kann und die Verkäufer Zeit bekommen den Touristen ein wenig Bares zu entlocken.

Mit dem Schnellboot ins Paradies

mit dem Motorboot von Punta Rusia nach Paradies Island

Nach 30 Minuten geht es dann weiter und bereits 20 Minuten später endet die Fahrt völlig überraschend am Strand von Punta Rusia. Ab hier geht der Ausflug mit dem Schnellboot weiter und man kann die PS-starken Außenbord-Boliden schon erwartungsvoll grummeln hören noch bevor man sie sieht.

Noch jedem schnell eine Rettungsweste um den Hals gelegt und ab geht es an der Küste entlang. Vorbei an malerischen, schon fast zu kitschig idyllischen Stränden. Nachdem der Flachwasserbereich verlassen wurde, gab der Kapitän ordentlich Schub und die Außenborder zeigten was in ihnen steckt. Wohl dem, der seine Hartschaum-Schwimmweste nicht um den Hals, sondern unter dem von der Busfahrt geschundenen Hintern platziert hatte.

Paradies Island

Tauchen im Korallenriff mitten in der Karibik

Etwa 15 Minuten später ist dann das Ziel der Reise erreicht: Ca. 80 - 100 m lang und etwa 30 m breit mit einem weißen Sand, dass der Blick ohne Sonnenbrille schon fast in den Augen brennt. Auf diesem Island stehen je nach Saison 3 - 5 Hütten der Marke 3 x 3 m Pavillon, allerdings in Holz-Leichtbauweise mit Strohdach beschattet.

Das Gewimmel von brabbelnden Motorbooten und staunenden Touristen nimmt man zuerst gar nicht wahr, so faszinierend ist der Anblick der Natur. Wasser in allen Türkis und Blautönen mit tiefen Schatten darin, die die Korallenbänke bereits erahnen lassen, lenken zu sehr ab.

traumhafte Unterwasserwelt und glasklares Wasser im Korallenriff

Der Reiseleiter ruft uns zurück in die Wirklichkeit und gibt seine Instruktionen. Es sind etwa 2 Stunden auf der Insel eingeplant, wer Schnorcheln möchte kann sich am Equipment neben der Hütte bedienen, Unterwasser-Einweg-Kameras sind für 25 USD zu kaufen und niemand sollte bitte schön Sand einstecken, denn wenn das alle machen und jeder nur einen Esslöffel voll mitnähme, dann wäre die Insel nächsten Herbst nicht mehr da. OK, das ist einzusehen, auch wenn es schwer fällt.

Bei der Suche nach passender Taucherbrille und Flossen wird sofort klar, wer hier vorbereitet ins Rennen geht. Wir hatten uns schon gewundert, warum die anderen Touristen soviel Geüäck mit sich schleppten. Zum Vorschein kam eigenes Equipment und das war sicher Gold wert, bei dem Pflegezustand der Ausrüstung vor Ort.

bunte Fische im lebenden Korallenriff, eine herrliche Unterwasserwelt in der Karibik

Mit einem Unterwasser-Guide geht es nun in Gruppen in Richtung Außenriff und während man sich noch fragt, warum tue ich mir das an, macht ein Blick unter Wasser sofort alles klar. So etwas hat man noch nicht gesehen. Hunderte von Fischen tummeln sich, alles ist bunt und der faszinierte Blick schweift staunend über ein intaktes Korallenriff mit all seinen Farben und Formen.

Ach ja, deswegen ist man hier und dafür haben sich alle Strapazen gelohnt. Unbeschreiblich die Anzahl der verschiedenen Gewächse und Fischarten, unerklärlich warum so bunt und vielfältig. Es ist wie im Rausch und die Tour geht nach gefühlten 10 Minuten schon zu Ende, obwohl fast 45 Minuten vergangen sind. Der gekaufte Einweg-Knipser ist eh nach 5 Minuten voll, obwohl 36 Aufnahmen draufpassen.

Strohdächer auf Paradies Island spenden Schatten am endlosen Sandstrand

Nach dem Verlassen des Wassers ist man entweder ruhig und angenehm verwirrt ob der Vielfalt, oder man versucht seinem Nachbarn, der ja auch alles gesehen hat, noch einmal alles zu schildern. Aber in einem sind sich alle einig, das ist sicherlich einer der schönsten Orte zum Schnorcheln und man wagt gar nicht dran zu denken, was man noch alles beim Tauchen hätte sehen können.

Zurück am Strohdachpavillon versucht jeder ein schattiges Plätzchen zu erhaschen. Die Reiseleiter haben zwischenzeitlich ein einfaches, aber nicht minder erfrischendes, Früchtebuffet aufgebaut und man kann mit Getränken aller Art seinen Durst löschen.

Mitten durchs Naturschutzgebiet

Nationalpark im Raum Punta Rusia

Im Nu ist die restliche Zeit verplaudert und es geht zurück in die Boote. Diesmal wird an der Küste entlang ein Flusslauf angesteuert, in dem sich ein Mangrovenwald angesiedelt hat - Wasserwurzelnde Bäume mit Austern an den Füßen. Hier gibt es nach Auskunft der Reiseleitung auch Manatis, eine seltene Seekuhart, die allerdings sehr scheu sind. Vielfältiges Vogelgekreische lockt eh meistens den Blick gen Himmel. Diese Region ist von der dominikanischen Regierung unter Naturschutz gestellt worden und das ist auch gut so.

Heimreise mit Hindernissen

mit dem Motorboot durch das Revier der Manatis - Flusslauf, Naturschutzgbiet

Zurück am Ausgangsort angekommen, warten schon die unermüdlichen Strandverkäufer darauf, dem Touristen mit Muscheln oder anderen einheimischen Mitbringseln die Pesos zu entlocken. Von den Muscheln sollte man lieber die Finger lassen, sie sind zwar alle wunderschön, aber ihre Einfuhr dürfte beim deutschen Zoll zumindest erhebliche Schwierigkeiten bereiten. Auch in diesem Fall gilt nach deutschen Recht: "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!"

Nachdem alle wieder heil im Bus sitzen geht es zurück in Richtung Restaurant. Hier hat man die Möglichkeit eine "Openair-Dusche" zu nutzen und etwas zu essen. Die Mahlzeit ist inkludiert und man kann unter den gängigen Speisen wählen. Es gibt Fisch, Reis mit Bohnen, Spagetti oder Hühnchen und natürlich frische Salate und Obst. Nach weiteren 45 Minuten geht es dann zurück Richtung Playa Dorada.

Wenn alles glatt läuft ist man 3 Stunden später wieder im Hotel, wenn nicht, dann hat man evtl. eine Panne unterwegs und es dauert etwas länger. Einmal kurz nicht aufgepasst und ein Schlagloch so groß, dass eine Kuh reinpasst mitgenommen, führt zu einem unfreiwilligen Stopp an einem authentischen einheimischen "Supermercado". Ein Ein-Raum-Supermarkt in der Größe eines normalen deutschen Wohnzimmers, in dem man alles bekommt was der Dominikaner zum täglichen Leben so benötigt.

typischer dominikanischer Mercado - Kleinraum-Supermarkt

Während der Busfahrer auf einem Stück Pappe liegend die abgerissene Bremsleitung flickt, hat man dann endlich Zeit sich mal ausgiebig umzuschauen. Hier arbeitet die ganze Familie noch Hand in Hand hinter der Theke und obwohl fast 20 Leute im Bus waren fragt man sich unwillkürlich auf welcher Seite der Verkaufstheke denn nun mehr Leute stehen.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl, trotz des siegreichen Lächelns des Busfahrers, geht es dann wieder zurück ins heimische Hotel.

Fazit: Paradies Island lohnt sich, egal wie lange die Fahrt dauert, es sei denn man wohnt daheim bereits selbst in einem Aquarium. In jedem Fall sollte man seinen eigenen Schnorchelkram dabei haben und eine eigene digitale Unterwasserkamera wäre auch nicht schlecht, so kann man sofort bei einem Glas Brugal mit Eis und Cola auf dem Balkon die schönsten Momente unter Wasser noch einmal Revue passieren lassen.

Paradise Island buchen

Zum Thema "Wo buche ich diese Tour?" sei gesagt, dass man, egal wo man bucht, mit allen anderen die wo anders gebucht haben, am Ende im gleichen Bus sitzt. Also immer schön handeln, dem Tourverkäufer noch ein wenig Luft lassen und sich auf einen unvergesslichen Ausflug freuen.

Das passende Hotel für Schnorchler und Taucher

Wer Paradise Island als Hauptziel seiner Reise in die Dominikanische Republik plant, hat zwei mögliche Standorte zur Wahl: Monte Cristi an der Grenze zu Haiti ist ca. 60 km entfernt oder die noch etwas nähere Möglichkeit mit etwa 48 km, den Ort Cofresi. Als Hotelkomplex mit recht gutem Preis-Leistungs-Verhältnis bietet sich hier das Hotel Be Live Grand Ambar direkt an der malerischen Playa Cofresi an.

Karte: Punta Rusia - Paradise Island - Mangroven

Dominikanische Republik - Karte Paradise Island